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Umfang der Vorlesung:   2 SWS, 3 Semester
Teilnehmer:   Studenten der Studienrichtung Energietechnik/Umwelttechnik
Art des Abschlusses:   Klausur bzw. Beleg

Anliegen der Vorlesung:

"Die Umweltchemie ist der Teilbereich der Chemie, der sich mit den chemischen Aspekten der Prozesse beschäftigt, die in unserer Umwelt ablaufen - insbesondere mit den Quellen und Senken, dem Transport und der Verteilung von Stoffen sowie deren Reaktionen und Wirkungen in Wasser, Boden und Luft auf Lebewesen und Gegenstände (C. Bliefert)."
Diese Definition macht deutlich, dass die Umweltchemie einen sensiblen Knotenpunkt mehrerer chemischer Disziplinen darstellt und gleichzeitig die grundlegenden chemischen Aspekte des Verhältnisses zwischen Natur und Gesellschaft in unserer Epoche widerspiegelt. Tatsache ist, dass die menschliche Tätigkeit in den vergangenen Jahrzehnten zu einer deutlichen Beschleunigung zahlreicher biogeochemischer Stoffkreisläufe geführt hat und damit eine Reihe ökologischer Fragestellungen aufgeworfen hat. Viele der interessierenden Fragen können durch Anwendung grundlegender Gesetzmäßigkeiten der Chemie gedeutet werden. Die chemischen Prozesse im "globalen Laboratorium" unserer Umwelt sind jedoch meist viel komplexer und dynamischer als die im chemischen Laboratorium oder in der chemischen Technik gezielt durchgeführten Stoffumwandlungsreaktionen. Die Reaktionen, an denen sich meist sehr viele Reaktionspartner beteiligen, finden in einem offenen System statt, an das physikalische und biologische Vorgänge gekoppelt sind .
Vorrangiges Anliegen der Vorlesung ist es, das Bewußtsein der der Studenten für das weite Feld der Umweltprobleme und deren Hintergründe zu scherfen. Chemie und Ökologie bilden keinen Widerspruch und die Kenntnis chemischer Zusammenhänge kann entscheidend zur Lösung ökologischer Probleme beitragen. In Anbetracht einer Flut von Publikationen und Darstellungen, in denen eher pessimistische Zukunftsprognosen und oft auch Umwelthysterie verbreitet wird, behandelt die Lehrveranstaltung die wichtigsten chemischen Prozesse, die in der natürlichen Umwelt ablaufen.
Führt man sich vor Augen, dass die chemische Industrie nicht nur in Deutschland, sondern in Europa eine tragende Säule der Wirtschaft darstellt, dass Arzneimittel, Textilien, Farbstoffe, Düngemittel, Kunststoffe, Lacke, Duftstoffe, Waschmittel und Süßstoffe unser Leben bereichern und zum allgemeinen Wohlstand beitragen, so ist es schon kurios - um nicht zu sagen tragisch - dass sich die Chemie als Wissenschaft und als Industriebranche keiner sonderlichen Beliebtheit erfreut (um es milde zu formulieren!). Obwohl fast alle Menschen von den Produkten der chemischen Industrie profitieren, stehen ihnen die meisten skeptisch gegenüber. Einige sind sogar überzeugt, dass chemische Produkte grundsätzlich gesundheitsschädlich und umweltschädigend seien. Die meisten (Vor-)Urteile beruhen auf unzureichender Information oder auf falschen Schlüssen.
An dieser Stelle möchte ich als begeisterter Chemiker und gleichzeitig Anhänger umweltbewußten Handelns mit meiner Vorlesung "Umweltchemie" ansetzen. Ich möchte Hintergründe beleuchten und Zusammenhänge klarstellen, so dass künftig Medienbeiträge über Umweltprobleme wie Treibhauseffekt, Ozonabbau, Sommersmog, Waldschäden, Ozonloch, Rauchgasentschwefelung bzw -entstickung, Kfz-Abgaskatalyse und Schwermetallbelastung, besser verstanden und kompetenter beurteilt werden können.