Patrick Hughes/George Brecht "Die Scheinwelt des Paradoxons" Eine kommentierte Anthologie in Wort und Bild, Titel der engl. Originalausgabe: Vicious Circles and Infinity, (c) 1975, ISBN 3-528-08379-4, 120 Seiten Ganz am Anfang stehen Dankesworte für thematische Unterstützung, aber auch für gewährte Abdruck- und Zitiererlaubnisse an eine ganze Menge Leute. Bitte haben sie Verständnis, daß ich das hier nicht wiederhole und nicht wiederholen kann. Ein logisches Paradoxon wird heraufbeschworen, wenn in etwa diese drei Bedingungen erfüllt sind: Selbstbezogenheit, Widersprüchlichkeit und Zirkelhaftigkeit. Das Russellsche Barbier-Paradoxon von 1918: Der Barbier von Sevilla rasiert die und nur die männlichen Einwohner von Sevilla, die sich nicht selbst rasieren. Rasiert er sich selbst oder nicht? Im Buch werden eine ganze Menge Paradoxa erwähnt. Es bleibt aber nicht dabei, manche werden erörtert und diskutiert. Auf Seite 47 ist ein Bild von M.C. Escher. Cusanus und George Melhuish haben auf den letzten Seiten Platz gefunden. Ich finde es schwach, daß sie sich nicht kurz fassen konnten. Obwohl das Verständnis gewöhnlich auf der Seite der Worte ist, scheiden sich bei einer gewissen Anzahl die Geister. Aber wo nichts ist, sind auch selten Geister. Extreme begegnen sich. (Lous-Sèbastien Mercier) Beschreibe einen Kreis, streichle seine Rückseite, und er wird vitiös. (Ionesco) Bewußtsein ist das, was es nicht ist, und ist nicht das, was es ist. (Sartre) Nichts ist so undenkbar, wie die völlige Abwesenheit des Denkens. (Samuel Butler) Wenn du mit deinem Geiste an deinem Geiste arbeitest, wie kannst du da eine ungeheure Verwirrung vermeiden? (Seng-Ts'an) Es ist der Instinkt des Verstandes, der Vernunft zu Widersprechen. (Jacobi) Was für ein Geräusch macht eine einzelne Hand beim klatschen? (Zen-Spruch) Was wird aus deiner Faust, wenn du die Hand aufmachst? (Zen-Spruch) Das moderne Denken ist von der Idee durchdrungen, das Undenkbare denken zu wollen. (Michel Focault) Es hat keinen Sinn, Leute zu belehren, die wirklich Belehrung brauchen. (Aleister Cowley) Wenn ich nicht weiß, daß ich nicht weiß, meine ich, ich wüßte; wenn ich nicht weiß, daß ich weiß, meine ich, ich wüßte nicht. (R.D. Laing) Wenn ich ich bin, weil du du bist, und wenn du du bist, weil ich ich bin, dann bin ich nicht ich und du bist nicht du. (Chasisdischer Rabbi) "Ich sehe niemand auf der Straße", sagte Alice. "Ich wollte, ich hätte solche Augen", sagte der König verdrießlich. "Niemand sehen können! Und auf solch eine Entfernung! Ich kann bei dieser Beleuchtung selbst Leute, die es gibt, bloß mit Mühe erkennen!" (Lewis Caroll) Sie müssen die Mängel ihrer Vorzüge haben. (Balzac) Vieles, das unaussprechlich ist, wäre das Aussprechen kaum wert, wenn man es aussprechen könnte. (Lichtenberg) Ein Dolch ohne Stiel, an dem die Klinge fehlt. (Lichtenberg) Wie du siehst konnte ich es nicht lassen, meine Spitzenreitersprüche abzuschreiben. Aber den schönsten habe ich für den Schluß aufgehoben. Ich mag ihn, weil ich ihn nicht verstehe. Deshalb will ich ihn aber nicht verstehen. Erstaunlich. Vielleicht kannst du etwas mit ihm anfangen. Was ihn erstaunte, war, daß die Katzen genau dort zwei Löcher im Pelz haben, wo ihre Augen sitzen. (Lichtenberg) Warum? ---