Robert Sedgewick: Algorithmen

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2. Pascal



Die Programmiersprache, die in diesem Buch durchgehend verwendet wird, ist Pascal. Alle Sprachen haben ihre Stärken und Schwächen. Die Wahl einer jeden speziellen Sprache für ein Buch wie dieses hat daher Vor- wie Nachteile. Aber viele moderne Programmiersprachen sind einander ähnlich, und indem wir relativ wenig sprachliche Konstruktionen verwenden und es vermeiden, Besonderheiten von Implementierungen zu nutzen, die auf Besonderheiten von Pascal beruhen, entwickeln wir Programme, die sich leicht in andere Sprachen übersetzen lassen. Unser Ziel besteht darin, die Algorithmen in einer möglichst einfachen und direkten Form darzustellen; Pascal gibt uns diese Möglichkeit.

Algorithmen werden in Lehrbüchern und Forschungsberichten oft unter Verwendung von imaginären Sprachen beschrieben. Dies führt leider oft dazu, daß auf Einzelheiten verzichtet wird; der Leser ist von einer nutzbringenden Realisierung noch recht weit entfernt. Im vorliegenden Buch gehen wir von dem Standpunkt aus, daß einer der besten Wege, einen Algorithmus zu verstehen und seine Nützlichkeit zu beurteilen, über die Erfahrung mit einer praktischen Implementierung führt. Pascal hat den Vorzug, fast überall verfügbar zu sein, und der Leser wird ermutigt, sich mit seiner lokalen Umgebung, in der in Pascal programmiert wird, vertraut zu machen. Die Implementierungen in Pascal in diesem Buch sind Arbeitsprogramme, die man ausführen und mit denen man experimentieren soll, die man modifizieren und benutzen soll.

Der Vorteil der Verwendung von Pascal besteht darin, daß es weit verbreitet ist und daß seine Grundzüge denen anderer moderner Programmiersprachen ähnlich sind; der Nachteil ist, daß bei Pascal viele Merkmale fehlen, die für komplizierte Algorithmen benötigt werden (und in anderen Programmiersprachen zur Verfügung stehen). Einige der Programme, mit denen wir es zu tun haben werden, können durch die Verwendung von höherentwickelten Sprachmerkmalen (von denen einige in Pascal nicht zur Verfügung stehen) vereinfacht werden, doch ist das seltener der Fall, als man meinen könnte. Wo es angebracht ist, werden bei der Diskussion solcher Programme auch die entsprechenden Sprachprobleme erörtert.

Eine exakte Beschreibung der Sprache Pascal wird im Handbuch Pascal User Manual and Report von Wirth und Jensen gegeben, das als Definition der Sprache dient. Im vorliegenden Kapitel besteht unser Ziel nicht darin, Information aus dem genannten Buch zu wiederholen, sondern vielmehr in der Betrachtung der Implementierung eines einfachen (aber klassischen) Algorithmus, welche einige der Grundzüge der Sprache und des Stils, den wir benutzen werden, illustriert.


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